Unwetter-Tote auf Sardinien: Die Geschichte italienischen Versagens

Die älteren Sarden erinnern sich noch: Mitte der Achtziger Jahre zog zum letzten Mal so ein Sturm über die Insel. Er hinterließ ähnlich starke Verwüstung wie Zyklon “Cleopatra” am vergangenen Montag. Die älteren Sarden wissen auch: Spätestens seit dem Sturm vor fast 30 Jahren diskutieren Bürger und Politiker in der Stadt Olbia über einen wirksamen Hochwasserschutz. Herausgekommen ist bislang nichts, was eine Tragödie wie diese hätte verhindern oder zumindest mildern können. Und deshalb ist die Geschichte der 16 Toten, der Tausenden Obdachlosen und der zerstörten Existenzen auch eine Geschichte über italienisches Versagen.<h2>„Machen Sie Fotos!“</h2> Die Via Rio Siligheddu liegt ein paar Autominuten außerhalb von Olbia, ein wenig in Richtung der Hügel, die die 56.000-Einwohner-Stadt überragen. Die Straße hat ihren Namen vom Fluss, der sie ungefähr auf halber Höhe unterquert. Er führt hinter den Häusern an der nördlichen Seite der Straße entlang, macht dann einen Bogen und verläuft mitten durch die Vorgärten der Anwohner und dann Richtung Stadt. Als er am Montag über die Ufer trat, nein schoss, schleuderte er Palmen herum, wirbelte Autos auf Mauern, und stieß dann die Mauern um. Vor dem Haus mit der Nummer 30 stehen rund 15 Menschen mitten im Chaos. Sie stapeln vor dem Haus die Möbel, ihre Kleidung, alles, was vielleicht noch gebraucht werden kann. “Machen Sie Fotos!”, brüllt ein älterer Herr herüber. “Alle sollen sehen, was hier passiert ist.” Er führt hinter das Haus, genau hier macht der Fluss seine Biegung. Die Trümmerlandschaft lässt kaum noch erkennen, wo das Flussbett genau liegt. “Italien hat uns im Stich gelassen”, sagt er. Seinen Namen will er in den Medien nicht genannt sehen. Aus Angst vor den Behörden? Er zuckt nur die Achseln.<h2>Typisch italienische Politik-Posse</h2> “Es ist eine typisch italienische Politik-Posse”, schiebt er nach – und meint die Diskussion um ein großes Staubecken vor den Toren der Stadt oder um zumindest einen großen Kanal, der monsunartigen Regen um die Stadt herumleiten könnte. Das Wasser muss irgendwie aufgehalten werden, wenn es so massiv aus den Bergen hinabrast wie am Montag. Stattdessen füllten sich die vielen kleinen Kanäle in und um Olbia mit Wasser und verteilten es in den Wohnzimmern der Menschen.


FOCUS Online 

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