Terror in Paris: Die Polizei schlägt zurück: Festnahmen in Brüssel und London

Nach den Terroranschlägen von Paris hat Frankreich “alle Sicherheitskräfte mobilisiert”, wie Innenminister Bernard Cazeneuve sagte. Insgesamt 3000 zusätzliche Soldaten sollten nach Regierungsangaben von Samstagabend in den kommenden drei Tagen zum Einsatz kommen. Alle Bahnhöfe würden überwacht, ebenso die Häfen und wichtige Straßen wie etwa Autobahnen. Auch die Grenzkontrollen wurden verschärft. 

In Brüssel Festgenommener war in Paris

Paris Liveticker – aktuellInzwischen sind gleich mehrere Personen festgenommen worden, die möglicherweise mit den Attentätern in Verbindung stehen. So ging nach Angaben der britischen Polizei am Londoner Flughafen Gatwick ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Franzose ins Netz der Beamten. Er soll zuvor ein verdächtiges Gepäckstück abgestellt haben, wodurch er in den Fokus der Polizei rückte, die als Vorsichtsmaßnahme einen Terminal des Flughafens räumte. Ob der Mann auch mit den Anschlägen in Paris in Verbindung steht, blieb zunächst unklar.

Die belgische Polizei verhaftete Brüssel drei Menschen, hieß es in der Nacht zum Sonntag. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit einem Auto mit belgischem Nummernschild, teilte Justizminister Koen Geens über Twitter mit. Augenzeugen hatten das Fahrzeug in der Nähe der Konzerthalle Bataclan gesehen, wo Bewaffnete am Freitagabend 89 Menschen erschossen hatten. Die Polizei durchsuchte mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtviertel Molenbeek.

DFB-Team_Video_15.30Ein Franzose, die das Auto gemietet habe, sei mit zwei weiteren Personen nahe der belgischen Grenze aufgehalten worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Alle drei seien von den belgischen Behörden festgenommen worden und hätten ihren Wohnsitz in der Region Brüssel. Insgesamt habe es drei Angreifer-Teams gegeben. In einem offenkundig abgestimmten Vorgehen griffen in der Nacht zum Samstag nahezu zeitgleich mindestens sieben Männer die Konzerthalle, das Fußballstadion “Stade de France” und mehrere Restaurants sowie Bars an und töten willkürlich Gäste und Passanten. Ein Franzose, der unter den Angreifern in der Konzerthalle war, war nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner Radikalisierung aktenkundig und vorbestraft.

Bei einem der Attentäter wurde ein syrischer Pass gefunden. Der Eigentümer des Passes reiste Anfang Oktober über Griechenland in die Europäische Union ein, wie die Regierung in Athen erklärte. Auch ein zweiter mutmaßlicher Angreifer sei wahrscheinlich über Griechenland eingereist, hieß es aus Regierungskreisen. Die Ermittlungen dauerten an. Unklar ist jedoch, ob die Pässe tatsächlich zu den Angreifern gehörten oder ob sie entwendet wurden.

Vater und Bruder eines Attentäters festgenommen

Die Polizei nahm zudem den Vater und den Bruder eines der Selbstmordattentäter in Gewahrsam. Außerdem wurden am Samstagabend die Wohnungen der beiden Männer durchsucht, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Bei dem Vorgehen der Sicherheitskräfte in den Gemeinden Bondoufle nahe Paris und Romilly-sur-Seine in der Champagne waren auch Spezialeinheiten der französischen Polizei im Einsatz. Im familiären Umfeld des von den französischen Behörden identifizierten Attentäters wurden zudem weitere Menschen festgenommen.

51-Jähriger geht bayerischer Polizei ins Netz

Stimmen der ÜberlebendenSchon am Samstagmorgen war bekannt geworden, dass der bayerischen Polizei bereits am vergangenen Donnerstag ein aus Montenegro stammender 51-Jähriger ins Netz gegangen war. Am Samstagabend bestätigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) einen möglichen Zusammenhang zwischen der Festnahme in Rosenheim und den Anschlägen in Paris. Es gebe einen Bezug zu Frankreich, sagte der Minister. Auf dem Navigationsgerät des Mannes sei eine Adresse in Paris vermerkt gewesen. Aber es stehe nicht fest, ob es einen Bezug zu den Anschlägen gebe. Der Fall in Rosenheim werde gerade aufgeklärt.

Das bayerische Landeskriminalamt hatte zuvor mitgeteilt, dass in dem Fahrzeug des 51-Jährigen “in verschiedenen Verstecken” acht Maschinengewehre, zwei Pistolen, ein Revolver, zwei Handgranaten und 200 Gramm Sprengstoff gefunden worden seien. Der Mann sitzt demnach in der Justizvollzugsanstalt Traunstein.

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