Aids bleibt zweithäufigste Todesursache unter Teenagern

Berlin/Hannover (dpa) - Aids ist die zweithäufigste Todesursache weltweit unter Teenagern. In Afrika sei die Immunschwächekrankheit sogar der häufigste Grund für Todesfälle in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen, berichtete die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung.

Präventionsprogramme und Verhütungsangebote müssten ausgeweitet werden und sich gezielt an Jugendliche richten. Am häufigsten sterben Jugendliche laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Unfällen.

Insgesamt ging die Zahl der HIV-Neuinfektionen weltweit – bezogen auf alle Altersgruppen – von der Jahrtausendwende bis 2014 um 35 Prozent auf zwei Millionen im Jahr zurück. Im vergangenen Jahr starben den Angaben zufolge 1,2 Millionen Menschen an Aids, 800 000 weniger als 2004.

In Deutschland wissen nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) etwa 13 200 von 83 400 Menschen mit HIV nichts von ihrer Infektion. Dabei raten Experten inzwischen dazu, so früh wie möglich mit einer Therapie zu beginnen. Die Deutsche Aids-Hilfe will daher ihre anonymen und kostenlosen Testangebote ausbauen. Doch nicht jeder will sich überprüfen lassen. «Vor allem Angst vor Diskriminierung und der Glaube, mit HIV sei ein erfülltes Leben nicht mehr möglich, halten Menschen vom HIV-Test ab», sagte Vorstandsmitglied Ulf-Arne Hentschke-Kristal.

Der Welt-Aids-Tag, der jedes Jahr am 1. Dezember stattfindet, will unter anderem für mehr Solidarität mit Betroffenen werben. Auch die Bundesregierung rief zu mehr Akzeptanz auf. Die meisten Menschen wüssten, wie sie sich vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger schützen könnten, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin bei der Vorstellung der Kampagne «Positiv zusammen leben». Bekannt sei auch, dass es im täglichen Miteinander keine Ansteckungsrisiken gebe. Aber nicht immer vertrauten die Menschen diesem Wissen. Die Kampagne wolle Vorurteile abbauen.

Das Aktionsbündnis Aids forderte die Bundesregierung auf, mehr in Maßnahmen gegen Aids zu investieren. Dem Bündnis gehören nach eigenen Angaben bundesweit rund 300 Gruppen und Organisationen an.

Der Kampf gegen die Immunschwächekrankheit muss aus Sicht der WHO trotz aller Erfolge unvermindert weitergehen. In einigen besonders betroffenen Ländern sinke die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr.

Zahlreichen HIV-Infizierten in afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist der regelmäßige Zugang zu lebensrettenden Medikamenten verwehrt. Antiretrovirale Arzneimittel seien zwar generell auf Lager, gelangten aber zu spät zu vielen Kliniken, erklärte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) während der Internationalen Konferenz über Aids und sexuell übertragene Infektionskrankheiten (ICASA) in der simbabwischen Hauptstadt Harare. Der Grund für die Engpässe seien vor allem schlecht organisierte Zulieferketten und logistische Hürden.

Die Organisation Brot für die Welt forderte, Männer in Afrika stärker in den Fokus zu nehmen. Viele ließen sich nicht rechtzeitig auf HIV testen und starteten mit einer Behandlung erst, wenn es ihnen sehr schlecht gehe. Es seien vor allem Frauen, die sich – während der Schwangerschaft – auf den Aids-Erreger testen lassen.

Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, die Immunschwächekrankheit bis zum Jahr 2030 zu stoppen. Vor diesem Hintergrund hat das Kinderhilfswerk World Vision eine neue Strategie verabschiedet. Dabei gehe es vor allem um die Verhinderung von Neuinfektionen bei Kindern und ihren Müttern, um die Unterstützung und Versorgung betroffener Jungen und Mädchen sowie den Schutz vor Ansteckungen bei Jugendlichen, teilte World Vision mit. Weltweit leben demnach 2,6 Millionen Kinder mit dem HI-Virus.

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