Der Tag im Ticker: Vater schüttelt sein Baby tot – dreieinhalb Jahre Haft

+++ 11.34 Uhr: Russlands Leichtathleten endgültig für Olympia gesperrt +++

Russische Leichtathleten dürfen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro definitiv nicht starten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS wies am Donnerstag in Lausanne den Einspruch von 68 russischen Athleten gegen ihren Olympia-Ausschluss zurück. Das CAS-Urteil ist richtungsweisend für das Internationale Olympische Komitee (IOC), das bis zum kommenden Dienstag über den kompletten Ausschluss aller russischen Sportler von den Sommerspielen in Brasilien entscheiden wollte. Trotz des drohenden Banns hatte Russland am Mittwoch 387 Sportler für die Wettkämpfe im August nominiert – darunter auch die 68 Leichtathleten. Der Weltverband IAAF hatte den russischen Leichtathletikverband WFLA am 13. November 2015 wegen flächendeckenden Dopings suspendiert. Die Sperre für internationale Wettkämpfe wurde am 17. Juni von der IAAF über die Olympischen Spielen hinaus verlängert. Daraufhin riefen die Athleten und das russische NOK den CAS an. Grundlage für oder gegen einen Bann aller russischen Sportler ist der Bericht des WADA-Ermittlers Richard McLaren, in dem Staatsdoping in Russland angeprangert wird. Außerdem wurde nachgewiesen, dass bei den Winterspielen 2014 in Sotschi positive Dopingproben von russischen Athleten vertuscht oder verfälscht worden sind.

+++ 10.45 Uhr: Baby zu Tode geschüttelt – Haftstrafe für Vater +++

Wegen des gewaltsamen Todes seines vier Wochen alten Sohnes ist ein Vater zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Lübeck verurteilte den 30-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Mann hatte gestanden, im November 2015 den Tod des Babys verschuldet zu haben. Er hatte das schreiende Kind unter den Achseln gehalten und nach Feststellungen eines Gutachters mehrfach hin und her geschüttelt. Dabei wurde es so schwer verletzt, dass es sechs Tage später in einem Krankenhaus starb. Die Mutter hatte vor Gericht ausgesagt, sie habe das Kind für etwa 15 Minuten mit dem Vater allein in der gemeinsamen Wohnung in Schönwalde gelassen, um einkaufen zu gehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

+++ 10.04 Uhr: Eltern des von Alligator getöteten Jungen wollen Disney nicht verklagen +++

Die Eltern des im Juni von einem Alligator im Disney World Resort getöteten Zweijährigen erwägen keine Klage gegen den Konzern. “Melissa und ich sind gebrochen. Wir werden für immer damit zu kämpfen haben, zu begreifen, warum das unserem süßen Baby Lane passiert ist”, erklärten die Eltern des Jungen in einem in amerikanischen Medien veröffentlichten Statement. “Mit jedem Tag der vorbeigeht, wird der Schmerz größer. Aber wird schätzen sehr die Welle der Sympathie und Anteilnahme, die wir seitdem aus der ganzen Welt erhalten haben.” Um die Erinnerungen an ihren Sohn aufrecht zu halten, haben die Eltern eine Stiftung gegründet. “Unser Fokus liegt in Zukunft ausschließlich auf der Gesundheit unserer Familie und wir werden keine Klage gegen Disney einreichen.” Weiterhin bitten sie um ihre Privatsphäre, damit sie sich auf die Familie konzentrieren können. Der kleine Lane war im Juni im Themenpark beim Spielen im seichten Wasser von einem Alligator unter Wasser gezogen worden und ertrunken. Der Präsident von Disney, George A. Kalogridis, hatte kurz nach dem Unfall der Familie seine volle Unterstützung zugesagt.

Video zeigt Disney-Mitarbeiter wie er mit Alligator kämpft 16.36

+++ 9.44 Uhr: Todesursache von Giraffe aus Schweriner Zoo geklärt +++

Die Todesursache des Giraffenbullen aus dem Schweriner Zoo ist geklärt. “Jasho” ist an seinem Futter erstickt. Der fünf Jahre alte Zuchtbulle war am Montag tot in seinem Gehege entdeckt worden. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass ein Genickbruch zum Tod des Tieres führte. Bei der Obduktion sei jedoch festgestellt worden, dass “Jasho” an einem Futterbrocken erstickt sei, teilte der Zoo heute mit. Die Giraffe habe aufgrund einer Wachstumsstörung der Backenzähne Schwierigkeiten beim Kauen gehabt, erklärte Zoodirektor Tim Schikora. “Natürlich ändert dieser Umstand wenig an der Tragik.”

Giraffe

+++ 9.03 Uhr: Fünf Verdächtige werden nach Anschlag von Nizza der Justiz vorgeführt +++

Fünf nach dem Anschlag von Nizza Festgenommene werden nach mehrtägigem Polizeigewahrsam der Justiz vorgeführt. Sie stehen im Verdacht, vor der Tat Kontakt mit dem Angreifer Mohamed Lahouaiej Bouhlel gehabt zu haben, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Pariser Staatsanwaltschaft meldete. Bei den Verdächtigen handelt es sich um vier Männer im Alter von 22 bis 40 Jahren und eine 42 Jahre alte Frau. Einer der Männer soll dem mutmaßlichen Terroristen eine Pistole beschafft haben. Die Justiz muss nun entscheiden, ob gegen sie ein Anklageverfahren eingeleitet wird. Ein formelles Ermittlungsverfahren wollte die Staatsanwaltschaft im Laufe des Tages eröffnen.

+++ 8.54 Uhr: Jetski-Unfall auf dem Rhein – zwei Schwerverletzte +++

Beim Zusammenstoß von zwei Jetskis auf dem Rhein sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Die beiden fuhren bei Altlußheim in Baden-Württemberg hintereinander her, als der Fahrer des vorderen plötzlich bremste, wie die Polizei mitteilte. Der 48 Jahre alte Mann auf dem Jetski dahinter fuhr auf. Dabei wurden der Mann auf dem vorderen Jetski und seine Sozia ins Wasser geschleudert. Der unverletzte 48-Jährige brachte die beiden an Land – von dort aus kamen sie mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser.

Tag Ticker Mittwoch 8.55

+++ 8.13 Uhr: Auto reißt Brückengeländer mit – Polizei: Alkohol und Drogen im Spiel +++

Ein Autofahrer hat mit seinem Wagen in Lingen im Emsland ein Brückengeländer und ein Stoppschild mitgerissen. Der 33-Jährige war am Abend zu schnell gefahren und von der Straße abgekommen, wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag sagte. Demnach flüchteten der Fahrer und sein 25 Jahre alter Beifahrer nach dem Unfall. Die Polizei machte die beiden Männer jedoch schnell ausfindig. Beide hätten unter Einfluss von Alkohol und auch illegalen Drogen gestanden, sagte der Polizeisprecher. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

+++ 6.50 Uhr: Schlägerei an Bord – Pilot landet Maschine außerplanmäßig in Bali +++

Eine Schlägerei unter fünf Flugzeugpassagieren hat den Piloten einer Jetstar-Maschine nach einem Zeitungsbericht zu einer außerplanmäßigen Landung in Bali gezwungen. Die Männer hätten sich gegenseitig dermaßen verletzt, das einer von ihnen in ärztliche Behandlung musste, berichtete der “Sydney Morning Herald”. Das Jetstar-Flugzeug mit 314 Passagieren war unterwegs von Australien nach Phuket in Thailand. Der Pilot landete nach der Schlägerei etwa auf halbem Weg auf der indonesischen Ferieninsel Bali. Die Männer seien festgenommen worden. Die indonesische Polizei vermute, dass Alkohol im Spiel war. Die Maschine sei mit den anderen Passagieren und zwei Stunden Verspätung weiter nach Phuket geflogen.

Jetstar

+++ 6.41 Uhr: USA und Neuseeland legen nach 30 Jahren Atom-Streit bei +++

Mit der Entsendung eines Marineschiffs zu einem Versöhnungsbesuch nach Neuseeland wollen die USA einen 30-jährigen Streit um atomare Bewaffnung beenden. Die Visite des Kriegsschiffs sei “ein großer Schritt” zur Stärkung der Freundschaft mit Neuseeland, sagte US-Vizepräsident Joe Biden bei einem Besuch in Auckland. Mit der Entsendung folge sein Land einer Einladung zur Teilnahme an der Feier zum 75. Jahrestag der Königlich-Neuseeländischen Marine im November. Der Streit zwischen beiden Ländern reicht bis in den Kalten Krieg zurück. Im Jahr 1986 hatte sich Neuseeland zur nuklearfreien Zone erklärt und Atomwaffen sowie atombetriebenen Marineschiffen den Zugang zu seinem Territorium verwehrt. Dies schuf ein Dilemma für die Marine des Verbündeten USA, die über mögliche atomare Kapazitäten ihrer Schiffe grundsätzlich keine Auskunft gibt.

+++ 6.34 Uhr: Fast 700.000 Privatpersonen stecken im Insolvenzverfahren +++

Rund 693 000 Menschen in Deutschland warten darauf, nach ihrem Insolvenzverfahren in eine schuldenfreie Zukunft zu starten. Das teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel in Hamburg mit. Die Schuldner befinden sich in der so genannten Wohlverhaltensphase und müssen ihr Einkommen oberhalb der Pfändungsgrenze abgeben, in der Regel sechs Jahre lang. Dann werden die restlichen Schulden gestrichen. Die Zahlen wurden erstmals erhoben, so dass kein Vergleich zu Vorjahren möglich ist. Die meisten der Pleitiers wohnen in Nordrhein-Westfalen, fast 172 000. Bezogen auf die Bevölkerung sind jedoch vor allem Bremer (141 von 10 000 Einwohnern), Niedersachsen (112) und Hamburger (111) betroffen. Den geringsten Anteil von Menschen in der Warteschleife haben Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 60 pro 10 000 Einwohner.

+++ 5.41 Uhr: Flüchtlinge arbeiten im Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingen +++

Das im Dezember gestartete Sonderprogramm “Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug” ist nach Einschätzung des Bundes ein Erfolg. Bislang würden sich bundesweit knapp 3600 Freiwillige in dem Programm für die Betreuung und Unterstützung von Flüchtlingen engagieren, hieß es beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln. Unter den Freiwilligen sind derzeit 1060 Flüchtlinge. “Wir glauben, dass die Zahl nach den Sommerferien noch deutlich steigen wird”, sagte die Sprecherin des Bundesamtes, Antje Mäder. Das Programm helfe bei der Integration der Flüchtlinge. Bis zu 10 000 Freiwillige können sich pro Jahr im Rahmen des Sonderprogramms engagieren.

+++ 5.23 Uhr: Neuseeländer stellt neuen Tieftauch-Rekord auf +++

Ein neuseeländischer Taucher hat nach Angaben seines Teams seinen eigenen Rekord im Tieftauchen gebrochen. William Trubridge (36) sei ohne Atemgerät und ohne Flossen 102 Meter tief getaucht und habe dafür vier Minuten und 13 Sekunden die Luft angehalten, berichtete sein Team. Er tauchte am Dean’s Blue Hole auf den Bahamas. Die Vereinigung zur Förderung des APNOE-Tauchsports (AIDA) führt Trubridge in der Disziplin “Tieftauchen mit konstantem Gewicht ohne Flossen” (CNF) bislang mit 101 Metern als Weltrekordhalter. “Dieser Rekord ist ein Traum”, sagte Trubridge anschließend. Dean’s Blue Hole ist 202 Meter tief und eine populärer Tauchort.

+++ 5.15 Uhr: Feiern mit Kondom”: Rio startet Gratis-Ausgabe von 450.000 Stück +++

Es ist zwar noch nicht alles fertig für Olympia, aber zumindest die Gratis-Kondomautomaten sind schon startklar. Im Olympiapark in Rio de Janeiro werben besonders farbenfrohe Automaten damit, sich doch bitteschön zu Bedienen. Auf englisch, portugiesisch und spanisch heißt es: “Feiern mit Kondom”. Man muss einen silbernen Drehkopf betätigen und schon landet unten in der Ausgabe ein Präservativ. Sie seien aus “native Latex” gemacht, das aus dem Amazonasgebiet stamme. 450.000 Gratis-Kondome stehen für Athleten, Trainer und Offizielle bereit – ein Olympischer Rekord. Das Angebot gilt für die Olympischen Spiele, die vom 5. bis zum 21. August stattfinden, und für die Paralympics im September. Im Schnitt sind es rund 42 Verhütungsmittel pro Bewohner im Olympischen Dorf – dreimal so viele wie bei den Spielen in London 2012. Die “camisinhas” (Hemdchen), wie die Kondome liebevoll in Brasilien genannt werden, sind im Olympischen Dorf und in rund 40 Automaten erhältlich, auch im internationalen Medienzentrum. Sie werden vom Gesundheitsministerium zur Verfügung gestellt. Die Kondome sollen auch dem Schutz vor dem Zika-Virus dienen, das bei ungeschütztem Sex übertragen werden kann.

So lügt Donald Trump 20.25

+++ 5.05 Uhr: Trump bekommt seine Grenzmauer – um den Stern am Walk of Fame in Hollywood +++

Eine Mauer an der Grenze zu Mexiko – mit dieser Forderung wirbt Präsidentschaftskandidat Donald Trump um Wähler in den USA. Nun hat er eine Mauer bekommen: Sie umfasst seinen Stern auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood. Ein britischer Straßenkünstler, der unter dem Namen Plastic Jesus auftritt, errichtete sie aus Holzbrettern und Stacheldraht. Neugierige Passanten machten Fotos von dem Werk, ehe es dann am Mittwoch abgebaut wurde. “Ich habe die Mauer selbst gebaut und bezahlt – kein Geld aus Mexiko”, twitterte Plastic Jesus. Damit spielte er auf Trumps Ankündigung an, die Errichtung der Grenzmauer von Mexiko zahlen zu lassen. Die Grenzbefestigung soll nach Vorstellung des republikanischen Kandidaten Einwanderer abschrecken.

Donald Trump

+++ 4.49 Uhr: Ermittler prüfen 220 Hinweise zu mutmaßlichem Serienmörder +++

Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders Manfred S. aus Hessen werden rund 220 Hinweise überprüft. Fünf davon haben den Ermittlern zufolge eine hohe Priorität, 20 andere werden als besonders interessant eingeschätzt. Überprüft werden müssten allerdings alle 220 Hinweise, “weil man nicht weiß, was dahinter stecken könnte”, sagte die Chefin des Hessischen Landeskriminalamtes, Sabine Thurau, in Wiesbaden auf Anfrage. Der 2014 verstorbene Manfred S. steht unter dem Verdacht, bis zu zehn Menschen aus sadistischen Motiven ermordet zu haben. Darunter könnte auch der 1998 getötete Frankfurter Schüler Tristan sein. Die Ermittler schließen nicht aus, dass es möglicherweise noch mehr Opfer gibt und S. einen Mittäter oder Mitwisser hatte.

+++ 4.18 Uhr: Österreich kann im Bedarfsfall 100 Kilometer langen Grenzzaun bauen +++

Österreich hat für den Fall einer erneuten Zuspitzung der Flüchtlingskrise die Vorbereitungen für einen bis zu 100 Kilometer langen Grenzzaun zu Ungarn abgeschlossen. Mit Hunderten von Grundstückeigentümern seien entsprechende Verträge unterschrieben worden, teilte ein Sprecher der Polizeidirektion Burgenland in Eisenstadt auf dpa-Anfrage mit. Sollte die Zahl der Flüchtlinge deutlich zunehmen, könne der Zaun innerhalb kürzester Zeit aufgebaut werden. “Er liegt bereit.” Die mögliche Grenzbefestigung erstrecke sich jeweils auf einen 50 Kilometer langen Streifen im Norden und im Süden des Burgenlands. Das Bundesland hat insgesamt eine 300 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Ungarn. Aktuell kommen via Ungarn schätzungsweise nur etwa 20 bis 30 Flüchtlinge täglich ins Land. Ein striktes Grenzmanagement gehört seit 2016 zur Linie der rot-schwarzen Regierung in Wien. Das Land will in diesem Jahr höchstens 37 500 Menschen zum Asylverfahren zulassen.

+++ 3.11 Uhr: JU-Chef: Künast soll als Ausschuss-Vorsitzende zurücktreten +++

Die Junge Union fordert die Grünen-Politikerin Renate Künast wegen deren Äußerung zu den Todesschüssen auf den Attentäter von Würzburg zum Rücktritt vom Rechtsausschuss-Vorsitz im Bundestag auf. “Frau Künast hat mit ihrer dummen Frage die beteiligten Einsatzkräfte beleidigt”, sagte der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU, Paul Ziemiak, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Gerade als Vorsitzende des Rechtsausschusses sei Künast deshalb nicht mehr tragbar. Sie hätte sich vor die Polizeibeamten stellen müssen. Künast hatte über Twitter gefragt, warum der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden konnte. Der 17-jährige Flüchtling hatte am Montagabend Fahrgäste in einem Regionalzug mit Messer und Axt attackiert und fünf Menschen verletzt, zwei davon lebensgefährlich. Polizisten erschossen den Mann.

+++ 2.57 Uhr: Libyens Regierung protestiert gegen französischen Militäreinsatz +++

Ein tödlich verlaufener Einsatz französischer Soldaten hat die UN-gestützte Übergangsregierung in Libyen zu scharfem Protest veranlasst. Mit der unabgesprochenen Militärmission habe Frankreich die libysche Souveränität verletzt, kritisierte die Regierung in Tripolis am Abend. Zwar seien Unterstützungseinsätze befreundeter Nationen gegen die Dschihadistenmiliz IS in Libyen willkommen, hieß es in einer Erklärung. “Die Unterstützung sollte aber auf Bitten oder in Abstimmung mit der Regierung erfolgen.”
In libyschen Städten protestierten am Abend hunderte aufgebrachter Bürger gegen die französische Militärpräsenz. “Hände weg von Libyen”, hieß es auf einem Plakat, “Keine französische Intervention!” auf einem anderen. Fernsehbilder zeigten Protestkundgebungen in Tripolis und Misrata.

+++ 2.31 Uhr: Steinmeier: Ausnahmezustand in Türkei bald wieder aufheben +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat die Türkei aufgefordert, den Ausnahmezustand auf möglichst kurze Zeit zu begrenzen. Der Ausnahmezustand müsse “auf die unbedingt notwendige Dauer beschränkt und dann unverzüglich beendet” werden, sagte Steinmeier am Abend bei einem Besuch in Washington. “Alles andere würde das Land zerreißen und die Türkei schwächen, nach innen wie nach außen.” Der Ausnahmezustand war von Präsident Recep Tayyip Erdogan nach dem gescheiterten Putsch verhängt worden. Er soll drei Monate lang gelten. Erdogan kann nun weitgehend per Dekret regieren. Grundrechte wie die Versammlungs- und die Pressefreiheit können eingeschränkt oder ganz ausgesetzt werden.

+++ 1.49 Uhr: Polizei nimmt bei Protesten in Cleveland 17 Menschen fest +++

Bei Protesten vor dem Parteitag der US-Republikaner in Cleveland hat die Polizei am Abend nach dem Verbrennen einer US-Flagge 17 Demonstranten festgenommen. Die Lage vor der Parteitagshalle war eskaliert, als ein Demonstrant der “Revolutionary Communist Party” nicht nur die Fahne in Brand setzte, sondern die Flammen auf ihn und andere Protestierende übergriffen, erklärte die Polizei. Die Demonstranten seien nicht zurückgewichen, einige von ihnen wurden daraufhin in Handschellen abgeführt. Zwei Beamte seien leicht verletzt worden, sagte ein Sprecher. Nach wenigen Minuten sei die Situation unter Kontrolle gewesen.

+++ 2.15 Uhr: Özdemir will EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei schon jetzt auf Eis legen +++

Grünen-Chef Cem Özdemir hat einen Abbruch der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei gefordert. Es sei “sinnlos”, über einen türkischen Beitritt zu verhandeln, solange Recep Tayyip Erdogan Präsident ist, sagte Özdemir dem “Mannheimer Morgen”. Die EU sollte die Verhandlungen “unabhängig von der Todesstrafe jetzt auf Eis legen”, sagte der Grünen-Chef. Beide Seiten wüssten bereits, “dass dieser Zug unter dem Regime Erdogan abgefahren ist”, sagte der Grünen-Politiker weiter. Der Westen, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), müsse mit dem türkischen Präsidenten Klartext reden: “Die Zeit des Wattenbäuschchen-Werfens ist vorbei.”

+++ 1.35 Uhr: Mali verhängt Ausnahmezustand nach tödlicher Attacke +++

Nach einem Angriff mutmaßlicher Islamisten auf einen Militärstützpunkt im westafrikanischen Mali hat die Regierung den Ausnahmezustand verhängt. Die Maßnahme gelte von heute an, erklärte die Regierung in Bamako nach Angaben des französischen Senders RFI. Zudem gilt eine dreitägige Staatstrauer. Bei dem Anschlag auf das Militärcamp in Nampala wurden nach Regierungsangaben mindestens 17 Soldaten getötet. 35 Menschen seien verletzt worden. In dem Krisenstaat ist die Bundeswehr seit fünf Monaten mit derzeit rund 300 Soldaten im Einsatz.

+++ 1.18 Uhr: Trump kommt Cruz schon wieder in die Quere +++

Vor zweieinhalb Monaten war er gegen Donald Trump in den US-Vorwahlen ausgeschieden – und weiterhin muss sich Senator Ted Cruz von dem Immobilienmilliardär übertönen lassen. Am Rande des Parteitags der Republikaner in Cleveland geschah dies sogar buchstäblich. Als Cruz am Mittwoch in einem Restaurant unter freiem Himmel eine Rede hielt, wurde er plötzlich durch das Dröhnen von Trumps Privatflugzeug unterbrochen. Er habe in den Vorwahlen 15 Konkurrenten geschlagen, “wir haben bloß nicht 16 geschlagen”, sagte der Senator in seiner Rede. Als er gerade anfangen wollte, über Trumps Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten zu sprechen, wurde er durch das laute Geräusch vom Himmel gestört. Aus der Menge ertönten Buhrufe, und Finger zeigten auf das Flugzeug. Dass es sich um die Boeing 757 des Immobilienmilliardärs handelte, war an dem riesigen TRUMP-Logo überdeutlich zu erkennen. Cruz nahm die Situation mit Humor. “Das war ziemlich gut inszeniert”, sagte er. 

+++ 0.33 Uhr: Vize-Ministerpräsident: Keine Einschränkung der Pressefreiheit +++

Der Ausnahmezustand in der Türkei wird nach Angaben von Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek weder die Pressefreiheit noch die Versammlungs- oder die Bewegungsfreiheit einschränken. Simsek teilte am Morgen über Twitter mit, es handele sich nicht um die Ausrufung des Kriegsrechts wie unter der Militärdiktatur 1980. Das Leben gewöhnlicher Menschen werde nicht beeinträchtigt. Geschäfte würden normal weiterlaufen. “Wir sind der Marktwirtschaft verpflichtet.” Auch Ministerpräsident Binali Yildirim teilte via Twitter mit, der nach dem Putschversuch verhängte Ausnahmezustand sei nicht gegen das alltägliche Leben der Menschen gerichtet.

+++ 0.17 Uhr: Zeitung: Ein einziges Polizeiauto sperrte Strandpromenade von Nizza ab +++

Zum Zeitpunkt des Anschlags von Nizza hat laut einem Bericht der französischen Tageszeitung “Libération” lediglich ein einziges Polizeiauto die für Autofahrer gesperrte Strandpromenade blockiert. Nur ein Wagen der städtischen Polizei habe dort gestanden, als der Attentäter mit seinem Lastwagen auf die Promenade des Anglais gefahren sei, berichtete die Zeitung in ihrer Donnerstagausgabe. Die Zeitung berief sich auf die Auswertung von Überwachungsvideos durch die Polizei. Vertreter der Nationalpolizei seien dagegen nicht vor Ort gewesen. Diese seien schon Stunden vor dem Anschlag von ihren örtlichen Kollegen abgelöst worden. Zwischen der Regierung in Paris und den Behörden von Nizza gibt es seit Tagen eine Diskussion über die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort. Premierminister Manuel Valls hatte am Mittwoch bei einer Fragestunde im Parlament betont, die Sicherheitsmaßnahmen seien abgestimmt und von der Stadtverwaltung abgesegnet gewesen.

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