+++ Nachrichten im Überblick +++: 19-Jähriger ertrinkt in Hamburg beim Baden in der Elbe

+++ 10.48 Uhr: 16 Tote bei Brand in Moskauer Lagerhaus +++

In Moskau sind bei einem Brand in einem Lagerhaus mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer sei am frühen Morgen in einem Lagerhaus in einem Industriegebiet im Norden der russischen Hauptstadt ausgebrochen, meldete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium. Nachdem die Einsatzkräfte das Feuer löschten, hätten sie einen von den Flammen abgeschnittenen Raum entdeckt. “Feuerwehrleute rissen die Wand ein und fanden 16 Tote”, hieß es in der Meldung. Russische Nachrichtenagenturen zitierten eine Polizeiquelle, wonach es sich bei den Opfern wahrscheinlich um Migranten aus ehemaligen Sowjetrepubliken handelt. Das Lagerhaus habe einer russischen Druckerei gehört. Die Brandursache war zunächst unklar. Es wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob das Feuer durch Brandstiftung oder Fahrlässigkeit verursacht wurde.

+++ 9.48 Uhr: 72-Jähriger stirbt bei Badeunfall in der Ostsee +++

Bei einem Badeunfall in der Ostsee ist ein 72-Jähriger gestorben. Der Mann war am Abend zusammen mit seiner Frau in Dierhagen in Mecklenburg-Vorpommern schwimmen, wie die Polizei mitteilte. Der Stralsunder habe plötzlich bewegungslos im Wasser getrieben. Andere Schwimmer brachten den Mann an den Strand. Ein Notarzt habe dort nur noch Tod des 72-Jährigen feststellen können. Nach ersten Erkenntnissen kann laut Polizei ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden. Woran der Mann starb, war zunächst unklar.

+++ 9.36 Uhr: 19-Jähriger stirbt beim Baden in der Elbe +++

Ein 19-Jähriger ist in Hamburg leblos aus der Elbe gezogen worden und wenig später gestorben. Der Mann war am Freitagabend am Elbstrand ins Wasser gegangen und dann untergegangen, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Rettungskräfte suchten mit Tauchern nach dem Mann. Ein Notarzt konnte den 19-Jährigen am Elbufer zunächst wiederbeleben. Der junge Mann kam in ein Krankenhaus, wo er wenig später starb.

+++ 9.14 Uhr: Blutspenden sollen USA-weit auf Zika-Virus getestet werden +++

Ab sofort sollen in den USA landesweit Blutspenden auf das Zika-Virus getestet werden. Damit solle eine mögliche Ausbreitung des Virus durch eine Transfusion verhindert werden, teilte die US-Behörde für Arzneimittel mit. Das betreffe vor allem das Amerikanische Rote Kreuz, aber auch kleinere Blutspende-Organisationen. In der vergangenen Woche hatten Behörden des US-Bundesstaates Florida eine lokale Übertragung und Ausbreitung des Zika-Virus in der Region Miami bestätigt. Es war der erste Fall auf dem US-Festland. Das Virus kursiert derzeit vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik. Inzwischen gilt als erwiesen, dass Zika bei Schwangeren schwere Fehlbildungen der Babys und neurologische Schäden verursachen kann (Mikrozephalie).

+++ 8.35 Uhr: Söder will Hunderttausende Flüchtlinge zurückschicken +++

Bayerns Finanzminister Markus Söder will in den nächsten drei Jahren Hunderttausende nach Deutschland gekommene Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückschicken. Das sagte der CSU-Politiker dem “Spiegel”. Seine Begründung dafür: “Selbst beim besten Willen wird es nicht gelingen, so viele Menschen aus einem völlig fremden Kulturkreis erfolgreich zu integrieren.” Söder verwies darauf, dass es aus Sicht des Bundesinnenministeriums in zahlenmäßig wichtigen Herkunftsländern wie Afghanistan und dem Irak schon heute sichere Gebiete gebe. “Und auch in Syrien wird der Bürgerkrieg irgendwann enden. Das Asylverfahrensgesetz sieht vor, dass bei Wegfall des Fluchtgrunds die Menschen in ihre Heimat zurückkehren.” Dies müsse Vorrang haben vor Familiennachzug, forderte Söder.

Söder will Hunderttausende Flüchtlinge zurückschicken

+++ 8.15 Uhr: Bericht: Merkel verschiebt Erklärung zu Kanzlerkandidatur auf 2017 +++

CDU-Chefin Angela Merkel will ihren Beschluss über eine erneute Kanzlerkandidatur nach “Spiegel”-Informationen wohl erst im Frühjahr 2017 bekannt geben. Grund dafür sei, dass der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer erst dann entscheiden wolle, ob seine Partei eine Kandidatur Merkels wieder unterstütze, berichtete das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf CDU-Kreise. Für Merkel sei das ein Problem, da sie sich auf einem CDU-Parteitag im Dezember für weitere zwei Jahre zur Vorsitzenden wählen lassen wolle, das gegenüber ihrer Partei aber nur bei einer erneuten Kanzlerkandidatur vertreten könne. Laut “Spiegel” wird in ihrem Umfeld befürchtet, dass Merkel bei einer Ankündigung ihrer Kanzlerkandidatur ohne Unterstützung Seehofers politisch Schaden nehmen könnte. Ihr ursprüngliches Vorhaben, sich bereits im Frühjahr 2016 öffentlich zu erklären, hatte sie dem Magazin zufolge wegen der Flüchtlingskrise und des Streits mit der Schwesterpartei CSU zunächst auf den Herbst verschoben. Doch auch dieser anvisierte Termin sei inzwischen überholt. Merkel ist seit 2005 im Amt und damit Europas dienstälteste Regierungschefin. Die 62-Jährige regiert derzeit zum zweiten Mal in einer großen Koalition mit der SPD. Sollte sie erneut antreten, könnte sie Helmut Kohls Rekord-Kanzlerschaft von 16 Jahren einholen.

Tag im Ticker

+++ 7.45 Uhr: Bangladeschs Polizei erschießt mutmaßlichen Drahtzieher von Blutbad in Café +++

Die Polizei in Bangladesch hat drei Islamisten erschossen, darunter vermutlich den mutmaßlichen Drahtzieher des Blutbads in einem bei Ausländern beliebten Café Anfang Juli. Beamte stürmten am Samstag in einem Vorort der Hauptstadt Dhaka ein Versteck der Islamisten, wie die Polizei mitteilte. “Wir können hier drei Leichen sehen”, sagte der hochrangige Polizeibeamte Sanwar Hossein der Nachrichtenagentur AFP. Dazu zähle der Kanado-Bangladescher Tamim Chowdhury. Chowdhury stand den Angaben zufolge hinter dem Angriff auf ein Café im vergangenen Monat, bei dem 22 zumeist ausländische Geiseln getötet worden waren. Außerdem sei er der Anführer der Islamistengruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesch (JMB) gewesen. Laut Hossain hatte die Polizei sich in Narayanganj, einer Stadt 25 Kilometer südlich von Dhaka, ein einstündiges Feuergefecht mit Chowdhury und seinen Mitstreitern geliefert. Der Chef von Bangladeschs Polizei, A.K.M. Shahidul Hoque sagte AFP, die Polizei sei sich bei Einsatzbeginn zu “99 Prozent sicher” gewesen, dass Chowdhury in dem umstellten Versteck sei.

+++ 7.25 Uhr: Schranke missachtet: Zwei Jugendliche bei Unfall mit Zug getötet +++

Bei einem Unfall zwischen einem Auto und einem Zug sind in Thüringen zwei Jugendliche ums Leben gekommen und zwei weitere schwer verletzt worden. Der Autofahrer hatte in Unterwellenborn (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) am Freitagabend die Schranke an einem Bahnübergang missachtet. Daraufhin wurde das Auto mit den vier Insassen von einer Regionalbahn erfasst, wie die Polizei in Erfurt mitteilte. Die Getöteten waren 18 und 19 Jahre, die Verletzten sind 16 und 19 Jahre alt. Der Lokführer erlitt einen Schock. Die Fahrgäste im Zug blieben unverletzt. In der Nacht waren die Bahnstrecke sowie die Bundesstraße 281 für mehrere Stunden gesperrt. Es entstand ein Schaden von 30 000 Euro. Die Kriminalpolizei ermittelt.

+++ 7.18 Uhr: Minenarbeiter wegen Tötung von Vizeminister in Bolivien festgenommen +++

Über 40 Bergarbeiter sind in Bolivien nach der Tötung des stellvertretenden Innenministers festgenommen worden. Fünf von ihnen sollen direkt für den Tod des 55-jährigen Vizeministers Rodolfo Illanes verantwortlich sein, wie Generalstaatsanwalt Ramiro Guerrero am Freitagabend (Ortszeit) erklärte. Zu ihnen zähle der Vorsitzende des Verbands der Bergarbeiter-Genossenschaften (Fencomin), Carlos Mamani. Illanes war am Donnerstag bei einer Straßenblockade der selbstständigen Bergarbeiter in Panduro, 165 Kilometer südöstlich von La Paz, erschlagen worden. Auch drei Kumpel kamen bei Zusammenstößen mit der Polizei ums Leben. Die in Genossenschaften zusammengeschlossenen Bergarbeiter protestieren seit Anfang August gegen ein neues Gesetz, nach dem sich ihre Mitglieder Gewerkschaften anschließen dürfen. Dies bedeute eine ungerechtfertigte Einmischung der Gewerkschaften in dem Genossenschaftssektor, beanstandete der Verband.

+++ 7.15 Uhr: Oberbürgermeister Reiter verteidigt Rucksack-Verbot auf der Wiesn +++

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat die Entscheidung für einen Zaun um das Oktoberfest und ein Rucksackverbot verteidigt. “Die Besucherinnen und Besucher hätten nicht verstanden, wenn wir nach dem Sprengstoffanschlag in Ansbach so getan hätten, als wäre nichts passiert”, sagte er im Interview des Radiosenders “B5 aktuell”. Er glaube an eine “friedliche Wiesn”, betonte Reiter. “Wenn ich Fakten hätte, dass es ein Risiko gibt, dann würde es kein Oktoberfest geben.” Er fügte allerdings hinzu, dass es nirgendwo absolute Sicherheit gebe. Die Sicherheit ist in diesem Jahr das große Thema auf dem Münchner Oktoberfest, das am 17. September startet. Aus Angst vor Terrorismus wird es einen Zaun geben, Rucksäcke dürfen nicht mit auf das Festgelände genommen werden. Zwei Vereine haben die Teilnahme am diesjährigen Trachten- und Schützenzug wegen Bedenken abgesagt. Auch Unternehmergattin Regine Sixt sagte ihre traditionelle Damen-Wiesn mit zahlreichen Prominenten ab. Die Verantwortung für ihre mehr als 1000 Gäste könne sie nicht übernehmen, teilte die Mietwagen-Unternehmerin mit.

+++6.29 Uhr: Arzt: Gesundheitsgutachten für Trump in fünf Minuten geschrieben +++

Donald Trumps Leibarzt hat gestanden, ein kürzlich veröffentlichtes Gesundheitsgutachten für den 70-jährigen republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten in nur fünf Minuten geschrieben zu haben. “Ich habe versucht, vier oder fünf Zeilen zu Papier zu bringen, damit sie glücklich sind”, sagte Doktor Harold Bornstein vom New Yorker Lenox Hill Krankenhaus am Freitag dem Sender NBC News. “In der Eile, glaube ich, sind einige Worte nicht genau so rausgekommen, wie gemeint.” Bornstein betonte aber, er stehe zu der Bescheinigung, in der er Trump einen erstklassigen gesundheitlichen Zustand attestiert hatte. “Seine Gesundheit ist exzellent, besonders seine geistige Gesundheit”, sagte der Arzt. “Er glaubt, er ist der Beste, was sich gut auswirkt.” Sollte der umstrittene Milliardär und Rechtspopulist die Wahl im November gewinnen, wäre er mit 70 Jahren der älteste jemals gewählte Präsident. In dem Gutachten für Trump hatte Bornstein geschrieben, er könne ohne Zögern erklären, dass Trump im Fall seiner Wahl “der gesündeste Mensch wäre, der jemals ins Präsidentenamt gewählt wurde”. Trump ist 16 Monate älter als seine demokratische Herausforderin Hillary Clinton, die er zuletzt zunehmend wegen ihrer angeblich fragilen Gesundheit attackiert hatte. Die Kritik zwang sie, eine Bescheinigung von Juli 2015 zu veröffentlichen, in der ihr Arzt ihr eine “exzellente” Gesundheit attestierte.

+++ 6.25 Uhr: Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Flüchtlingen und Brexit-Votums robust +++

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im August aus Expertensicht weiter verbessert. Zwar habe die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat leicht zugenommen – die Sommerflaute mache sich in diesem Jahr jedoch weniger stark bemerkbar als in den Vorjahren, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Rechne man die saisonüblichen Schwankungen heraus, sei die Erwerbslosenzahl sogar weiter leicht zurückgegangen – wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in den vergangenen Monaten. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit an diesem Mittwoch (31. August) veröffentlichen.

+++ 5.46 Uhr: Trauerfeier für Erdbebenopfer in Italien +++

Drei Tage nach dem schweren Erdbeben in Italien nimmt das Land mit einem Staatsbegräbnis Abschied von den Opfern. Zur Trauerfeier am Samstag (11.30 Uhr) in der Kathedrale von Ascoli Piceno werden auch Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Matteo Renzi erwartet. Am Tag der nationalen Trauer werden in ganz Italien die Flaggen auf halbmast gesetzt. Bei der Zeremonie wird vor allem der Opfer in den Marken gedacht. Unter ihnen ist ein 18 Monate altes Kind, dessen Mutter schon das schwere Erdbeben in L’Aquila 2009 miterlebte. Insgesamt kamen bei dem Erdbeben am Mittwoch mehr als 280 Menschen ums Leben, mehr als 220 davon im Ort Amatrice in der Region Latium. In den Marken waren es nach Angaben des Zivilschutzes knapp 50 Tote.

Italien

+++ 5.13 Uhr: Arbeitgeber wollen gesetzliche Lockerungen für Flüchtlinge +++

Die Arbeitgeber verlangen gesetzliche Lockerungen, um Flüchtlinge leichter in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Das gelte vor allem bei der Zeitarbeit. “Durch eine vollständige Aufhebung des Beschäftigungsverbots in der Zeitarbeit würden Menschen ohne Berufserfahrung deutlich bessere Chancen erhalten”, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, der “Rheinischen Post”. Zudem müssten die arbeitsmarktpolitischen Instrumente der Bundesagentur für Arbeit (BA) stärker auf Flüchtlinge ausgerichtet werden. “Wir müssen sehen, wie wir die arbeitsmarktpolitischen Instrumente für Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose noch besser nutzen, um diese gezielt für eine Ausbildung oder Beschäftigung fit zu machen”, erläuterte Kampeter. Die Bundeskanzlerin hat die Chefs mehrerer Konzerne nach Medienberichten für den 14. September ins Kanzleramt eingeladen, weil die Wirtschaft bisher nur zögerlich Migranten einstellt.

+++ 4.57 Uhr: USA schicken kubanische Migranten in ihre Heimat zurück +++

Die USA haben 161 Kubaner in ihre Heimat zurückgeschickt, die auf dem Seeweg nach Florida zu gelangen versucht hatten. Die Migranten wurden in den vergangenen Tagen in drei Gruppen nach Bahía de Cabañas gebracht, wie die US-Küstenwache mitteilte. “Wir raten allen ab, sich auf See zu begeben, um zu versuchen, illegal das US-Gebiet zu erreichen – sie riskieren ihr Leben mit sehr geringer Aussicht auf Erfolg”, sagte der Küstenwachen-Offizier Mark Gordon. Die Überquerung des Meeres zwischen Kuba und Florida sei “extrem gefährlich für die Unvorbereiteten” und führe oft zu Verletzungen oder Tod, warnte Gordon. Seit der historischen Ankündigung der Regierungen in Havanna und Washington im Dezember 2014 zur Normalisierung ihrer Beziehungen hat die US-Küstenwache einen starken Anstieg der Zahl der Kubaner registriert, die in die USA zu gelangen versuchen. Die Migranten fürchten, dass im Zuge der Annäherung eine Regelung aus der Zeit des Kalten Krieges abgeschafft wird, die kubanischen Migranten in den USA den raschen Erwerb von Wohnrecht und Staatsbürgerschaft erlaubt.

+++ 4.38 Uhr: Mitfahrerbänke im Trend: In der Eifel gibt es schon ein ganzes Netz +++

Das Projekt der Mitfahrerbänke aus der Eifel macht bundesweit Schule. “Uns erreichen ständig neue Anfragen”, sagt Ursula Berrens vom Caritasverband Westeifel in Bitburg, die die Idee für die Bänke hatte: Dort können Menschen Platz nehmen, die mit einem Auto beispielsweise in das nächste Dorf mitgenommen werden möchten. 13 Bänke sind in den vergangenen zwei Jahren in und um die Kleinstadt Speicher in Rheinland-Pfalz aufgestellt worden. “Das Netz ist jetzt komplett”, sagte Berrens. Vor allem junge und ältere Leute ohne Auto nutzten die Mitfahrerbänke. “Wir haben das Konzept schon mehrfach exportiert”, berichtet Berrens. Zum Beispiel jüngst in die baden-württembergische Gemeinde Graben-Neudorf. Ende Mai seien acht Bänke eingeweiht worden, sagt Projektleiter Wolfgang Trautner dort. Weitere Anfragen kamen bereits aus Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Niedersachsen, Bayern, Berlin, Hessen und dem Saarland, wo es viele lange Straßendörfer gebe.

+++ 4.12 Uhr: FDP-Chef: Schwarz-gelbe Mehrheit 2017 bedeutet noch keine Koalition +++

Gut ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl geht die FDP auf Distanz zum einstigen Koalitionspartner CDU/CSU. Zwar gebe es noch eine größere Schnittmenge mit der CDU, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag). Aber auch hier habe man sich in der Flüchtlings-, Finanz- und Rechtspolitik voneinander entfernt. “Eine schwarz-gelbe Mehrheit würde deshalb noch lange keine Koalition bedeuten.” Der Vorsitzende der derzeit nicht im Bundestag vertretenen FDP gab erneut das Ziel aus, dass seine Partei bei der Wahl 2017 stärker als die rechtspopulistische AfD werden wolle: “Eine Partei, die für die liberalen Grundwerte unseres Landes steht, muss doch stärker sein wollen als diese Mischung gestriger Populisten und Rassisten.” Von diesem Ziel ist die FDP allerdings noch weit entfernt. Während sie in den Meinungsumfragen bei 5 bis 7,5 Prozent liegt, kommt die AfD auf 9 bis 14 Prozent.

+++ 3.15 Uhr: Lindner will neue Rechtsform für Lebensgemeinschaften im Alter +++

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich für eine neue Rechtsform für Lebensgemeinschaften im Alter ausgesprochen. “Wir werden im Zuge des demografischen Wandels ganz neue Lebensmodelle bekommen”, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgabe). “Warum sollten zwei Witwen, die eng miteinander befreundet sind, keine Lebenspartnerschaft eingehen?” Mit einer solchen “Verantwortungsgemeinschaft” könnten laut Lindner Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen, auch rechtlich abgesichert werden. “Heute ist es doch so: Wenn die eine im Krankenhaus ist, kann sich die andere bei den Ärzten nicht über den Zustand der Freundin erkundigen”, sagte Lindner. “Wir müssen eine Rechtsform schaffen, die solche besonderen Freundschaften absichert. Eine Art Wahlverwandtschaft.”

+++ 2.35 Uhr: Fliegerbombe in Berlin entschärft +++

Eine russische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg unschädlich gemacht worden.
“Über Probleme bei der Entschärfung ist nichts bekannt”, sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht zum Samstag. Tausende Anwohner konnten gegen 2.00 Uhr morgens in ihre Häuser zurückkehren. Der 100 Kilogramm schwere Blindgänger war am Freitagmittag bei Bauarbeiten gefunden worden. Die Polizei richtete einen Sperrkreis mit einem Radius von etwa 1000 Metern um den Fundort ein. Mehrere Wohnkomplexe, Botschaften und ein Altenpflegeheim mussten evakuiert werden.

+++ 2.15 Uhr: Bahn will 1200 Lokführer einstellen +++

Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr 1200 Lokführer einstellen. Diese Zahl geht aus einer Übersicht hervor, die das bundeseigene Unternehmen vor der kommenden Tarifrunde zusammengestellt hat. Dabei handele es sich um Quereinsteiger und neue Auszubildende. Derzeit seien konzernweit 360 Lokführer und 68 Zugbegleiter im Einsatz, deren Stellen über den eigentlichen Bedarf hinausgingen, heißt es in dem Papier der Bahn. Mit deren Hilfe sollen Überstunden und nicht genommene Urlaubstage abgebaut werden. Seit Ende 2014 seien 640 000 von mehr als 2,1 Millionen Stunden an Mehrarbeit und Urlaubsansprüchen bei den Lokführern abgebaut worden. Wie mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vereinbart, sollen bis Ende 2017 eine Million Überstunden bei den Lokführern abgebaut sein.

+++ 1.47 Uhr: Bester Luftgitarrist der Welt kommt aus den USA +++

Schräge Kostüme, geräuschlose Rockmusik und ein strahlender Gewinner: Der Amerikaner Matt Burns hat bei der Luftgitarren-Weltmeisterschaft in Finnland den Siegertitel abgeräumt. Der Vorjahreszweite mit dem Künstlernamen “Airistotle” verwies am Freitagabend den russischen Titelverteidiger Kereel “Your Daddy”
Blumenkrants auf Platz zwei. Der Deutsche Meister David Lang alias “Udo Wonz” aus Bad Neuenahr landete auf Rang acht, sein Landsmann Daniel “Moredrive” Oldemeier schied vor dem letzten Durchgang aus und wurde Zehnter. Burns setzte sich mit seinem überzeugenden Finalauftritt in der Küstenstadt Oulu gegen 14 Mitbewerber durch und erhielt als Siegesprämie eine handgefertigte E-Gitarre. Zuvor war der nationale US-Champion mehrfach knapp daran gescheitert, den WM-Titel in sein Heimatland zu holen: 2012, 2014 und im vorigen Jahr belegte er jeweils den zweiten Platz. Bereits zum 21. Mal konnten sich in Oulu die talentiertesten Virtuosen an der Luftgitarre messen. Wer die spektakulärste Show abliefert und am überzeugendsten so tut, als hätte er wirklich ein Instrument in den Händen, darf sich neuer Weltmeister in der kuriosen Disziplin nennen.

Luftgitarre

+++ 1.14 Uhr: Nach mutmaßlicher Armbrust-Attacke in Kanada: Verdächtiger in Haft +++

Nach einer mutmaßlichen Armbrust-Attacke mit drei Toten hat die Polizei in der kanadischen Metropole Toronto einen Verdächtigen festgenommen. Der 35 Jahre alte Mann sei des dreifachen Mordes angeklagt und am Freitag (Ortszeit) dem Haftrichter vorgeführt worden, berichteten kanadische Medien. Er soll am Donnerstag eine Frau und zwei Männer in einer Garage im Stadtteil Scarborough mit einer Armbrust erschossen haben. Zum Motiv und den Hintergründen wurde zunächst nichts bekannt.

+++ 1.05 Uhr: UN-Sicherheitsrat begrüßt Friedensabkommen in Kolumbien +++

Der UN-Sicherheitsrat hat das Friedensabkommen in Kolumbien “wärmstens begrüßt” und seine Unterstützung bei der Umsetzung der Vereinbarung zwischen der Regierung und den Farc-Rebellen zugesagt. Der Rat habe “seine Entschlossenheit bekräftigt, die Umsetzung der Waffenruhe, der Einstellung der Kampfhandlungen und der Niederlegung der Waffen durch die politische UN-Mission in Kolumbien zu unterstützen”, sagte Malaysias Vizebotschafterin Siti Hajjar Adnin am Freitag, deren Land derzeit den Ratsvorsitz innehat. Die kolumbianische Regierung und die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) hatten am Mittwoch in Havanna einen Friedensvertrag verkündet. Das historische Abkommen zur Beilegung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs, dem seit 1964 in dem südamerikanischen Land mehr als 260.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt. Es muss nun noch in einem Referendum am 2. Oktober von den Kolumbianern gebilligt werden.

+++ 0.42 Uhr: Schwager von “Charlie Hebdo”-Attentäter an Frankreich überstellt +++

Der Schwager eines der “Charlie Hebdo”-Attentäter ist von Bulgarien an Frankreich überstellt worden. Mourad Hamyd traf am Freitagabend am Pariser Flughafen Roissy ein, wie aus Flughafenkreisen verlautete. Der 20-jährige Student Hamyd soll versucht haben, sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien anzuschließen. Er bestritt, Verbindungen zu der Extremistengruppe unterhalten zu haben, und gab an, er habe lediglich zum “Tourismus” in die Türkei reisen wollen. Die Türkei hatte Hamyd Ende Juli an der Grenze abgewiesen, woraufhin er in Bulgarien in Haft genommen worden war. Hamyd stand bereits seit August 2014 im Verdacht der Radikalisierung. Im französischen Haftbefehl gegen ihn hieß es, er habe wiederholt seine Absicht bekundet, sich den Dschihadisten in Syrien anzuschließen. Zudem entspreche seine Reiseroute per Zug über Ungarn und Serbien der üblichen Route von Leuten, die sich der IS-Miliz anschließen wollten. Hamyd war nach dem islamistischen Anschlag auf “Charlie Hebdo” durch die Brüder Chérif und Said Kouachi am 7. Januar 2015 festgenommen worden, aber nach 48 Stunden als unverdächtig wieder freigekommen. Seine Schwester war mit Chérif Kouachi verheiratet, der mit seinem älteren Brüder Said in der Redaktion der französischen Satirezeitung in Paris sowie auf der Flucht zwölf Menschen ermordet hatte, bevor sie selbst von der Polizei erschossen wurden.

+++ 0.11 Uhr: Frauen-Moschee in Kopenhagen hält erstes Freitagsgebet ab +++

Die erste Frauen-Moschee in Kopenhagen hat erstmals ein Freitagsgebet abgehalten. Mehr als 60 Frauen, die Hälfte davon Musliminnen, versammelten sich in der Moschee, um unter Leitung von Saliha Marie Fetteh zu beten. Eröffnet wurde das Gebet in der Mariam-Moschee, die vor sechs Monaten in einer Wohnung in einer geschäftigen Einkaufsstraße der dänischen Hauptstadt eingerichtet worden war, von der Mitbegründerin Sherin Khankan.
Khankan erklärte, sie habe ursprünglich eine Moschee gründen wollen, in denen weibliche Imame das Freitagsgebet vor einem gemischten Publikum abhalten. “Es stelle sich aber heraus, dass die Mehrheit der Gemeinde ein Freitagsgebet nur für Frauen wollte”, sagte Khankan, die die Tochter eines Syrers und einer Finnin ist. “Heute bin ich sehr glücklich über die Entscheidung, weil es wichtig ist, wenn man Wandel anstoßen will, dass man weise und langsam vorgeht.”
 

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