Unwettertief “Nadine”: Verletzte nach Unwetter – Fernverkehr im Norden eingestellt – Waldbrand in Bayern

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Wegen der starken Unwetter gelten in zahlreichen Regionen Deutschlands entsprechende Warnungen des Deutschen Wetterdienstes DWD. Vor allem in Schleswig-Holstein, im westlichen Mecklenburg-Vorpommern und rund um München kann es demnach heftige Niederschläge, Gewitter und Sturm geben. Ob auch ihr Wohnort betroffen ist, können Sie auf der Webseite des DWD in Erfahrung bringen. Für die Menschen in den entsprechenden Regionen gelten folgende Hinweise des Wetterdienstes:

  • Fenster und Türen schließen
  • Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten
  • Gegenstände im Freien sichern
  • Möglichst den Aufenthalt im Freien vermeiden

Mehrere Verletzte durch Unwetter in Bad Vilbel

Bereits im Tagesverlauf wurden durch das Unwetter mehrere Menschen verletzt. Beim Durchzug einer Unwetterfront in Mittelhessen löste sich eine 20 Meter lange Jalousie an einem Café in Bad Vilbel und verletzte drei Menschen, einen davon schwer, wie ein Polizeisprecher in Gießen berichtete.

Die Deutsche Bahn hat indes den Fernverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands eingestellt. Nördlich von Hannover seien keine ICE- und IC-Züge mehr unterwegs, teilte das Unternehmen auf Twitter mit:

Der Bahnverkehr war bereits zuvor in einigen Regionen stark beeinträchtigt. In Rheinland-Pfalz und im Saarland sperrte die Bahn wegen umgestürzter Bäume oder wegen Ästen in der Oberleitung mehrere Strecken, darunter die Strecken Mainz-Mannheim, Hamm-Bielefeld sowie Saarbrücken-Forbach. Auch im Bereich Frankfurt am Main gibt es zahlreiche Störungen. 

Für Reisende, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, stellte die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben an mehreren Bahnhöfen wie Dortmund, Hamm oder Berlin Aufenthaltszüge bereit.

Wie die Bahn außerdem mitteilte, wurde auch die ICE-Linie 10 zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet wegen des Unwetters unterbrochen.

Wetter live verfolgen_12.35Mehrere Bäume im Gleis bei Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) sowie eine Störung zwischen Wolfsburg und Hannover (Niedersachsen) hatten demnach zu Ausfällen auf der Verbindung geführt. Ein Sprecher der Bahn sagte, dass versucht werde, die Strecke so schnell wie möglich wieder freizugeben.
Das Unternehmen empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtbeginn über die Streckensperrungen im Internet zu informieren.

Umgestürzte Bäume blockierten auch die A3 (Frankfurt-Würzburg) bei Seligenstadt in Hessen. Die Autobahn wurde am Nachmittag in Fahrtrichtung Würzburg komplett gesperrt. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von mehr als 20 Kilometern. 

In Hamburg wurde der U-Bahn-Betrieb der Linie 3 zeitweise eingestellt, nachdem Bäume auf die Gleise gefallen waren. Auch im “Metronom”-Regionalverkehr in Richtung Niedersachsen gibt es Einschränkungen. Die Feuerwehr der Hansestadt rückte zu über 100 Einsätzen aus, auch das Volksfest “Hamburger Dom” wurde unterbrochen.

+++ Wie das Unwetter über Deutschland zieht, können Sie hier in Echtzeit verfolgen. +++

Unwetter mit orkanartigen Sturmböen von bis zu 110 Stundenkilometern und Regen erreichten vielerorts auch das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen. Ab dem frühen Nachmittag bildeten sich bei bis zu 30 Grad die ersten Gewitter und Schauer entlang der Eifel und des Niederrheins, sagte in Essen ein DWD-Sprecher. Die Wetterexperten schlossen auch die Bildung von Tornados nicht aus. Die Regenmengen hielten sich nach Angaben des DWD mit zehn bis maximal 20 Litern pro Quadratmeter zunächst in Grenzen, auch Hagel sei nur vereinzelt aufgetreten. Der Sturm machte sich dafür umso mehr bemerkbar: Böen mit 110 Stundenkilometern wurden im Bezirk Arnsberg gemessen, 101 Stundenkilometer in Wuppertal.

News Nachrichten Ticker 0908Wegen einer Gewitterzelle über dem Gelände des Frankfurter Flughafens sei um 15.20 Uhr die Abfertigung aus Sicherheitsgründen eingestellt worden, sagte eine Flughafensprecherin. Dies bedeutete, dass es zunächst keine Abflüge und Landungen mehr gegeben habe. Nach Wetterbesserung wurde demnach um 15.50 Uhr die Abfertigung wieder aufgenommen. Seither herrsche “wieder normaler Betrieb”, sagte die Sprecherin.

Die Lufthansa reservierte dort vorsorglich etwa 3000 Hotelzimmer, falls Passagiere stranden sollten. Die Fluggesellschaft stellte sich eigenen Angaben zufolge darauf ein, dass rund 6000 Passagiere betroffen sein könnten.

Waldbrand in Bayern

In Bayern kämpften Feuerwehrleute unterdessen mit Löschhubschraubern gegen einen Waldbrand in der Gemeinde Kiefersfelden. Der Landkreis Rosenheim rief den Katastrophenfall aus. Auf der Website des Landkreises hieß es, der Brand könne “nur aus der Luft bekämpft werden”. “Das Gelände ist so steil und die Winde so unberechenbar, dass Einsatzkräfte nicht in der Nähe des Brandherds eingesetzt werden können.”

Die nahe gelegene Ramsauer Alm wurde den Angaben zufolge vorsorglich evakuiert. Feuerwehrleute positionierten sich, um ein Übergreifen der Flammen auf die Alm zu verhindern. Rund 200 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Bergwacht seien im Einsatz.

Laut DWD ist die große Hitze nun vorerst vorbei – sommerlich warm bleibt es trotzdem. Hoch “Kevin” bringt trockene Luft – außer dem Südosten Bayerns und Schleswig-Holstein.

Gut schlafen trotz Hitze 2050

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