Ausstellung Henriette Grahnert

Manchmal erscheinst du mir sehr abstrakt
vom 23.06.–28.08.2016
in der Kunsthalle Nürnberg

Eröffnung: Mitwoch, 22. Juni, 20 Uhr
Begrüßung: Ellen Seifermann
Einführung: Dr. Harriet Zilch

Gekonnt jongliert die Künstlerin Henriette Grahnert (*1977 in Dresden) mit den unterschiedlichsten Malereitraditionen: Ihre Bilder zitieren klassische Abstraktion und konkrete Malerei, minimalistische Traditionen und Bad Painting, amerikanische Farbfeldmalerei und Pop Art. Gestische Pinselschwünge und informelle Klekse treffen auf figurative Elemente, harte Kanten auf filigrane Farbverläufe, dünn lasierte auf pastos gespachtelte Farbflächen. Mit hintersinnigem Humor verbindet Henriette Grahnert diese vermeintlichen Gegensätze zu einem individuellen Bilderkosmos. Dabei steht jedoch keine der zitierten Stilrichtungen und Malweisen tatsächlich für das, was sie vorgibt zu sein. Viel eher handelt es sich um einen klugen Umgang mit Bezugnahmen sowie um einen differenzierten Diskurs über die Malerei selbst.
Die Freude an Zitaten und Anspielungen findet sich auch auf sprachlicher Ebene. Handgeschriebene Kommentare auf den Bildern oder auch die humorvollen, pointierten Werktitel offerieren weitere Rezeptionsebenen: So zeigt das titelgebende Gemälde Manchmal erscheinst du mir sehr abstrakt (2011) eine Komposition aus an Klebestreifen erinnernden Pinselstrichen, verschlungenen Kritzeleien, sowie Augen und Schnurrbart als stilisierte Repräsentanten einer menschlichen
Physiognomie. In Kombination mit dem Bildtitel wird die weitgehend abstrakte Komposition zu einer sprechenden Metapher für zwischenmenschliche Missverständnisse.

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